Sonntag, 11 Dezember 2016

Umweltbilanz-Studie: Globale Elektroauto-Flotte reduziert Luftemissionen deutlich

Freigegeben in Forschungsprojekte Donnerstag, 21 Mai 2015 12:02
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Ob Elektroautos wirklich "grün" sind, kann nur eine Lebenszyklusanalyse klären Ob Elektroautos wirklich "grün" sind, kann nur eine Lebenszyklusanalyse klären Unsplash/Public Domain, via pixabay.com

Im Rahmen des Internationalen Electric Vehicle Symposium EVS28, das Anfang Mai in Korea stattfand und bei dem über 800 Elektromobilitäts-Experten aus 45 Ländern zusammenkamen, präsentierte die österreichische Forschungsgesellschaft Joanneum Research die erste Umweltbilanz im Lebenszyklus der weltweit mittlerweile rund 700.000 Elektroautos, die vor allem in den USA, Japan, China, Norwegen, Frankreich und Deutschland unterwegs sind.

Die Elektroauto-Umweltbilanz wurde unter der Leitung von Dr. Gerfried Jungmeier von RESOURCES, dem Institut für Wasser, Energie und Nachhaltigkeit der Joanneum Research, in Zusammenarbeit von 18 Ländern in der Internationalen Energieagentur (IEA) im Task "Life Cycle Assessment of Electric Vehicles" erstellt.

Neben vielen weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen waren auch das deutsche DLR und die schweizerische EMPA beteiligt. Hintergrund ist der Konsens darüber, dass ein wirklicher Nachweis der Umweltverträglichkeit von Elektroautos im Vergleich zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen nur im Rahmen von sog. Lebenszyklusanalysen möglich ist. Solche Lebenszyklusanalysen unterziehen nicht nur den Betrieb, sondern auch die Produktion und die Entsorgung der Fahrzeuge einer Umweltbewertung.

Elektroautos weisen große Umweltvorteile auf – die noch verbessert werden können

 

"Die heutige weltweite Flotte an Elektrofahrzeuge reduziert im Lebenszyklus die Luftemissionen durch den Ersatz konventioneller Fahrzeuge im globalen Schnitt deutlich: Staub-Emissionen um etwa 60 Prozent, Emissionen mit Ozonbildungspotential (vor allem NOx und Kohlenwasserstoffe) um etwa 30 Prozent und die Treibhausgas-Emissionen um etwa 20 Prozent. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind aufgrund der länderspezifischen Stromerzeugung sehr groß, so werden in Norwegen aufgrund der Wasserkraft bis zu 80 Prozent Treibhausgas-Emissionen eingespart und in Deutschland bis zu 75 Prozent der Staub-Emissionen reduziert“, fasst Dr. Gerfried Jungmeier die Ergebnisse zusammen. Den größten Einfluss auf die elektromobile Ökobilanz habe die Herkunft des Fahrstroms.

Und die Umweltvorteile von Elektroautos im gesamten Lebenszyklus könnten noch verbessert werden, indem der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung vorangetrieben, ein effizientes Recycling der Batterien betrieben und ein energieeffizienterer Fahrbetrieb realisiert werde.

Ähnliche Artikel

  • "Wir wollen als Anwender unseren Beitrag zum Ausbau elektromobiler Infrastrukturen in Berlin leisten."

    Interview mit René Fessen, Prokurist von Flash Security (ARDOR GmbH)

    Immer mehr Unternehmen setzen auf Elektroautos als nachhaltigen Bestandteil Ihrer Fahrzeugflotten. Das Sicherheitsunternehmen Flash Security hat am Standort Berlin in diesem Jahr Ihren Fuhrpark um elektrische Fahrzeuge erweitert. eMobilitätOnline.de sprach mit Prokurist René Fessen über die Herausforderungen, Motivation und Außenwirkung des Einsatzes von Elektroautos im betrieblichen Umfeld.

  • Best-Practice Elektromobilität: Pioniergeist, der Schule macht

    Mit der neuen Best-Practice Kategorie haben wir den Kompetenzatlas von eMobilitätOnline.de um eine ebenso sinnvolle wie interessante Sparte erweitert. Während der Kompetenzatlas eine bundesweite, kontinuierlich aktualisierte Übersicht aller eMobility-Akteure im deutschsprachigen Raum bietet, stellt Best-Practice ausgewählte Pioniere vor, die bereits heute erfolgreich Elektromobilität leben.

  • "Daimler arbeitet intensiv daran, Elektromobilität massentauglich zu machen"

    Dies erklärt Prof. Dr. Thomas Weber, verantwortlich für die Konzernforschung der Daimler AG und die Entwicklung von Mercedes-Benz Cars. Bis 2020 werde die Elektromobilität bei Daimler "sechsstellig" sein, so Prof. Weber. Alle Mercedes-Benz Baureihen sollen elektrifiziert werden - was auch notwendig sein wird, um die Flottenemission von 95 g CO2/km bis 2020 zu erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Das eMobilitätOnline-Redaktionsteam freut sich ausdrücklich über Anregungen und Kommentare von Lesern. Jedoch behalten wir uns vor eingestellte Kommentare zu editieren und ggf. zu löschen, wenn diese gegen den allgemeinen Umgang verstossen. Es gelten die Nutzungsbedingungen von eMobilitätOnline: http://www.emobilitaetonline.de/nutzungsbedingungen

Expertenwissen aktuell!

Hier unsere Newsletter abonnieren und Sie sind immer rundum informiert!

Produkt oder Dienstleistung gesucht?

Sie wollen ein Elektroauto kaufen, suchen eine Ladestation oder Entwicklungspartner?

Nutzen Sie unseren neuen Angebotsservice um bequem Preise und Produkte zu vergleichen:

Angebotsservice

Newsletter

Sie wollen nichts mehr verpassen?
Hier unsere Newsletter abonnieren und Sie sind immer rundum informiert!