Dienstag, 07 März 2017 10:37

"Goldgrube" Leistungselektronik: Die Potenziale des Elektroauto-Recyclings

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Die Leistungselektronik von Elektroautos enthält viele wiederverwertbare Edelmetalle. Die Leistungselektronik von Elektroautos enthält viele wiederverwertbare Edelmetalle. Clément Bucco-Lechat/CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Je mehr Elektroautos und andere E-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, desto mehr Elektromobile sollten recycelt werden – darauf macht das Öko-Institut mit seiner aktuellen Studie aufmerksam. Statt im konventionellen Autoshredder sollten Elektrofahrzeuge in spezialisierten Elektronikrecyclinganlagen landen, was ein lohnendes Vorhaben sei.

Denn insbesondere die Leistungselektronik enthalte teils wertvolle und strategisch wichtige Metalle und insbes. Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium, die mit hohen Rückgewinnungsgraden von über 90 Prozent zurückgewonnen werden können. Zum Vergleich: beim konventionellen Recycling im Autoshredder geht ein Großteil der Edelmetalle (75 Prozent und mehr) verloren. 

Optimiertes Recycling führt zu relevanten Ressourceneinsparungen

Die Leistungselektronik von Elektrofahrzeugen hat wegen ihres Metallgehalts einen hohen Wert. Im Gehäuse enthält sie zu rund 60 Prozent Aluminium, Kuper in den Kabeln und auf den Platinen zu 12 Prozent sowie in geringeren Mengen auf den Platinen Edelmetalle wie Gold, Silber, Palladium. Auf eine Tonne Leistungselektronik hochgerechnet (etwa 100 Elektrofahrzeuge) schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass durch das gezielte Elektrorecycling rund sieben Gramm Gold, 23 Gramm Silber, ein Gramm Palladium und 500 Gramm Zinn mehr rückgewonnen werden kann als beim Recycling über den Autoshredder. 

Bei einem künftigen jährlichen Absatz von einer Million Elektrofahrzeuge könnten den Experten zufolge schätzungsweise folgende Metallmengen wiedergewonnen werden können: sieben Tonnen Zinn, 85 Kilogramm Gold, 300 Kilogramm Silber, 17 Kilogramm Palladium und 70 Tonnen Kupfer. "Zum Vergleich: Heute kommen im gesamten Elektrik- und Elektronikbereich in Deutschland 12 Tonnen Gold zum Einsatz. Die Zahlen machen deutlich, dass bei einem künftigen Durchbruch der Elektromobilität – also mit einer jährlichen Neuzulassung von mehreren Millionen Fahrzeugen – ein optimiertes Recycling zu relevanten Ressourceneinsparungen führen kann. Und auch wirtschaftlich ist das Elektrorecycling trotz höherer Kosten von Vorteil", so Dr. Winfried Bulach, Wissenschaftler am Öko-Institut.

In dem Bundesförderprojekt "Elektrofahrzeugrecycling 2020" arbeitet das Öko-Institut mit den Partnern Electrocycling GmbH, TU Clausthal, Volkswagen AG und PPM Pure Metals GmbH zusammen. Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Projekt "Elektrofahrzeugrecycling 2020".

Ähnliche Artikel

  • Continental Bee: autonomer Elektroauto-Schwarm für die Stadt Continental Bee: autonomer Elektroauto-Schwarm für die Stadt

    Auf der IAA in Frankfurt ist der Technologiekonzern Continental mit einer urbanen Zukunftsvision vertreten: Bee, einer "fleißigen Arbeitsbiene für die urbane Mobilität von Morgen". Bee steht für „Balanced Economy and Ecology Mobility Concept“ und basiert auf kleinen Elektrofahrzeugen, die als Schwarm öffentlicher, aber individuell nutzbarer Verkehrsmittel durch die Stadt surren.

  • VDE-Studie: Das Betreiben von Stromtankstellen lohnt sich häufig nicht VDE-Studie: Das Betreiben von Stromtankstellen lohnt sich häufig nicht

    Anlässlich der IAA in Frankfurt hat der Technologieverband VDE die Studie „Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen: Wie sich punktuelles Aufladen umsetzen lässt“ veröffentlicht. Die Untersuchung nimmt die Rentabilität von Bezahlsystemen an Stromtankstellen unter die Lupe und will aufzeigen, wie Betreiber mit Anreizen gelockt werden können – denn noch lohne sich der Ladesäulen-Betrieb vielfach nicht.

  • Wochenrückblick KW37: Akku-Tausch für City E-Taxi +++ Tesla schiebt auf +++ eMobility-Faktencheck Wochenrückblick KW37: Akku-Tausch für City E-Taxi +++ Tesla schiebt auf +++ eMobility-Faktencheck

    Die Akku-Wechselstation erlebt ein Revival: Auf der New Mobility World der IAA präsentiert BMZ erstmals die für das City E-Taxi des Forschungsprojekts Adaptive-City Mobility (ACM) entwickelte Lade- und Akkuwechselstationen. Das System setzt auf den kostengünstigen manuellen Wechsel der Batteriemodule und soll einen schnellen, kosteneffizienten Ladeinfrastruktur-Aufbau für Flotten-Mobilitätssysteme wie ACM ermöglichen.

Schreibe einen Kommentar

Das eMobilitätOnline-Redaktionsteam freut sich ausdrücklich über Anregungen und Kommentare von Lesern. Jedoch behalten wir uns vor eingestellte Kommentare zu editieren und ggf. zu löschen, wenn diese gegen den allgemeinen Umgang verstossen. Es gelten die Nutzungsbedingungen von eMobilitätOnline: http://www.emobilitaetonline.de/nutzungsbedingungen

Premiumanbieter der Woche

 Emco Elektroroller

Produkt oder Dienstleistung gesucht?

Sie wollen ein Elektroauto kaufen, suchen eine Ladestation oder Entwicklungspartner?

Nutzen Sie unseren neuen Angebotsservice um bequem Preise und Produkte zu vergleichen:

Angebotsservice

Buchtipp

2017 07 PHOENIX CONTACT

Unsere Medienpartner

Newsletter

Sie wollen nichts mehr verpassen?
Hier unsere Newsletter abonnieren und Sie sind immer rundum informiert!