Mittwoch, 14 Juni 2017 11:26

Versicherer: automatisiertes Fahren sicherer, aber teurer

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So könnte dank autonomer Fahrtechnologien die Zukunft der Mobilität aussehen. So könnte dank autonomer Fahrtechnologien die Zukunft der Mobilität aussehen. Auto-Medienportal.Net/Audi

Wer über teilautomatisiertes und autonomes Fahren liest, darf sich freuen: Weniger Stress, mehr Komfort und deutlich weniger Unfälle werden versprochen, wenn der Mensch sich nicht mehr allein ums Steuern kümmern muss. Die Versicherungswirtschaft indes sieht nicht nur Vorteile. In einer gestern in Berlin vorgestellten Studie bringt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) v.a. Kostenargumente in Stellung gegen Fahrerassistenzsysteme und autonome Fahrtechnologien.

Die GDV-Studie kommt u.a. zu dem Schluss, dass die neuen Technologien in der Praxis weniger Schäden verhindern als in der Theorie. So prognostizieren die Studienautoren, dass die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2035 im Vergleich zu 2015 durch die neuen Systeme um sieben bis maximal 15 Prozent sinken werden. Zudem würden die Systeme die Reparaturkosten in die Höhe treiben.

Assistenzsysteme setzen sich nur langsam durch

„Die neuen Systeme machen das Autofahren zwar sicherer, sie verbreiten sich im Fahrzeugbestand aber nur langsam und machen Reparaturen im Schadenfall teurer. Auf absehbare Zeit hat der technologische Fortschritt also nur geringen Einfluss auf das Schadengeschehen“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. So können bspw. Assistenzsysteme den Austausch einer Windschutzscheibe um rund 30 Prozent teurer machen. 

Der geringe Einfluss auf das Schadensgeschehen liege neben einer noch geringen Verbreitung zum einen daran, dass viele Schäden, wie Diebstahl oder Hagel, durch Assistenzsysteme nicht verhindert werden können. Zum anderen aber auch, dass Fahrer diese Systeme nicht durchgängig nutzen und daneben Assistenzsysteme in Baustellenbereichen oder bei widriger Witterung an Grenzen stoßen können.

Der Studie zufolge haben Notbremsassistenten sowie Park- und Rangierassistenten den größten Effekt auf Kfz-Haftpflichtschäden: bis 2035 können sie jeweils zu Einsparungen von rund 5 bis 10 Prozent führen. Schäden am eigenen Auto werden am besten mit einem Park- und Rangierassistenten vermieden, der nicht nur warnt, sondern das Auto auch lenkt und bremst. Ein solches System könnte bei den Kaskoschäden bis 2035 Einsparungen von rund 4 bis knapp 8 Prozent erreichen.

Eine Zusammenfassung der GDV-Studie finden Sie HIER.

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