Mittwoch, 22 Februar 2017 09:01

Stuttgart beschließt Diesel-Fahrverbote

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Stuttgart beschließt Diesel-Fahrverbote Public Domain

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, hat die Grün-Schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg gestern Fahrverbote für Dieselfahrzeuge beschlossen. Ab 2018 sollen Diesel-Fahrzeuge, die nicht der Abgasnorm 6 entsprechen, bei Feinstaubalarm von besonders belasteten Straßen der Landeshauptstadt ausgeschlossen werden können.

Über diesen Schritt wurde bereits länger diskutiert, nicht nur in Stuttgart. Kürzlich wurde erstmals in Oslo ein befristetes Dieselverbot ausgesprochen. Die auf diese Maßnahme folgenden Diskussionen haben die große Verunsicherung aufgezeigt, die das Thema Fahrverbote für Dieselfahrzeuge auslöst. Mit dem Dieselverbot dürfte Stuttgart auch auf eine drohende Verurteilung angesichts anhaltender Feinstaub-Grenzüberschreitungen reagieren.

Blaue Plakette gefordert

Der baden-württembergischen Landesregierung geht der jüngste Schritt indes nicht weit genug. Ministerpräsident Kretschmer (Grüne) erneuerte dem Medienbericht zufolge seine Forderung, nicht nur in Stuttgart, sondern bundesweit eine blaue Plakette einzuführen. Dies sei die beste Maßnahme zur Luftreinhaltung, so Kretschmer. Die blaue Plakette würde neben emissionsarmen Benzinern, CNG/LPG-Fahrzeuge und emissionsfreien Elektrofahrzeugen nur an moderne Diesel vergeben werden, die vergleichsweise wenig Stickoxide ausstoßen. 

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, spricht laut WAZ davon, dass bundesweit rund 80 Städte große Probleme mit zu hohen Stickoxidwerten haben. Dafür macht er v.a. Dieselfahrzeuge verantwortlich. Entsprechend macht sich auch der Städtetag für die Einführung einer Blauen Plakette stark. Verkehrsminister Dobrindt lehnt dies bislang noch ab.

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2 Kommentare

  • Kommentar-Link Mittwoch, 22 Februar 2017 11:37 gepostet von EcoCraft

    @CW

    Natürlich stellt dies nicht der Weisheit letzter Knall da und ist auch garnicht als ultimativer Problemlöser gedacht. Er ist nur Teil der anzustellenden Luftreinhalteplanungen die neben Stuttgart auch viele andere Städte machen müssen, weil die Luftqualität nicht den EU Vorgaben entspricht und deshalb davon auszugehen ist, dass Menschen und Sachwerte zu SChaden kommen.

    Dieses Thema wird nur deshalb in der Presse so hoch gehandelt, weil sich damit gut Stimmung machen lässt und es durch Aufreger die Auflage erhöht. Das der Plan so wie er jetzt (zumindest Kommuniziert wird) fehlschlagen muss, lässt sich auch dadurch ableiten, dass es kaum zu einer Verkehrsverringerung sondern ledeglich zu einer -verlagerung kommen wird. Sollten wirklich nur bestimmte Straßen für Dieselfahrzeuge gesperrt werden (oh Wunder nicht die Straßen mit Kindergärten oder Krankenhäusern, sondern die Straßen an denen die Messstationen stehen) wird eben außerrum gefahren (fürhrt zu mehr km) und das letzt Stück vielleicht zu Fuß gelaufen. In Summe für die Region (z.B. den Kessel in Stuttgart) bleibt das Verkehrsaufkommen aber gleich und damit auch die Belastung der Luft.

    Anderes Argument, warum dieser Plan noch nicht durchdacht ist und daher nicht alleine funktionieren wird: Die Fahrverbote verhindern eigentlich gar nicht die Luftverschmutzung (den Feinstaubalarm). Aktuell sieht die Regelung nur vor, dass die Fahrverbote gelten wenn bereits Feinstaubalarm ausgerufen wurde. Also wenn es eigentlich schon zu spät ist. Würde das System funktionieren, also Dieselfahrverbot rettet kurzfristig die Luftqualität dann würden sie alle 2 Tage gelten. Montag = Feinstaubalarm = Dienstag Fahrverbot. Die Luftqualität bessert sich am Dienstag = Mittwoch darf wieder jeder fahren = löst Feinstaubalarm aus = Donnerstag Fahrverbot usw...

    SIcher ist die Aktion mit dem Fahrverbot nicht die Lösung aller Probleme. Es soll auch nur eine Maßnahme von vielen sein, im Rahmen der Luftreinhalteplanung(en). Aber sie hat zumindest eine große öffentliche Wirksamkeit und dadurch vielleicht alle Menschen (ob Dieselfahrer oder nicht) sensibilisieren für den gesamten Prozess.

  • Kommentar-Link Mittwoch, 22 Februar 2017 10:43 gepostet von CW

    Gut Diesel soll verboten werden. Ich habe damit kein Problem ich fahr Benziner. Aber wenn so etwas durchgesetzt wird, dann bitte alle Verursacher verbieten (LKW´s, Diesel-Loks, Busse des ÖPNV aber auch alle Heizungsanlagen auf Heizölbasis(sollen die doch im Winter frieren oder "umweltfreundlich" mit Strom heizen). Wenn dass nicht ausreicht: Verbot aller Fahrzeuge (reifenabrieb), Verbot der Strassen und Verbot von Joggern (wer weiss wieviel Abrieb aus Turnschuhen kommt) und ganz wichtig wir stellen die Wirtschaft komplett ein den Industrielle Anlagen erzeugen auch einen relevanten Anteil
    am Feinstaub usw. .... Die Kinder freut es Papi und Mutti sind bei schlechten Wetter zu Hause.

    Und sorry E-Auto´s dürfen weder fahren noch laden (Kohlekraftwerke werden auch abgeschaltet)

    Wer glaubt das ist jetzt nur eine Glosse, der soll einmal prüfen woher die tatsächliche Belastung kommt. Wir werden feststellen, dass eine Gruppe für die Sünden aller bluten soll. Im Zweifel wird selbst bei Dieselfahrverboten die Belastung nicht sinken. Gerade Stuttgart mit seiner Kessellage wird erhebliche Belastungen durch Haushalte und Industrie haben.

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