Donnerstag, 13 Juli 2017 11:04

Umfrage: Fast die Hälfte befürwortet Verbrenner-Verbot

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Wenn es nach den Grünen geht, dürfen in Deutschland ab 2030 nur noch Elektroautos wie dieser E-Golf von 1976 neu zugelassen werden. Wenn es nach den Grünen geht, dürfen in Deutschland ab 2030 nur noch Elektroautos wie dieser E-Golf von 1976 neu zugelassen werden. Volkswagen

Mit der Forderung, ab 2030 nur noch abgasfreie Autos zuzulassen, haben die Grünen im Autoland Deutschland eine große Diskussion zwischen den Parteien losgetreten. Aber wie stehen die Menschen zu dieser Forderung? Das Magazin stern hat das Forsa-Institut beauftragt, die Stimmung in der Bevölkerung zu dieser Frage zu ermitteln – erwartungsgemäß haben sich klare Fronten abgezeichnet.

Insgesamt stehen der Umfrage zufolge 47 Prozent der Bundesbürger hinter der Forderung der Grünen, ab 2030 nur noch lokal emissionsfreie Kraftfahrzeuge neu zuzulassen – 46 Prozent der Deutschen lehnen die Forderung ab. Am höchsten war die Zustimmung unter den Anhängern der Grünen (79 Prozent), gefolgt von den Sympathisanten der Linkspartei (65 Prozent) und SPD (53 Prozent). Mehrheitlich ablehnend äußerten sich die Anhänger von AfD (72 Prozent), FDP (57 Prozent) und CDU/CSU (53 Prozent).

Mehr Engagement der Automobilindustrie gefordert

65 Prozent der Befragten äußerten zudem die Sorge, dass die Autoindustrie in Deutschland nicht hinreichend auf die Elektromobilität vorbereitet ist und somit ihre führende Stellung einbüßen könnte. Befragt nach den Gründen für die nach wie vor geringe Nachfrage nach Elektroautos führten 85 Prozent eine begrenzte Reichweite, 83 Prozent einen zu hohen Preis und 78 Prozent eine zu geringe Dichte an öffentlichen Stromtankstellen an.

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2 Kommentare

  • Kommentar-Link Samstag, 12 August 2017 12:59 gepostet von Karl Müller

    Bisher haben wir jedoch nur die PKW betrachtet. Dabei ist jedoch lange noch nicht Schluß.
    Zu den oben genannten Überlegungen müssen wir auch die Elektroroller und Elektromotorräder hinzu zählen. Gerade die Rollerzahl wird sicher schnell steigen, wenn die Städte Prämien für deren Nutzung zahlen. Aber im Vergleich zu den PKWs wird hier der Aufwand doch eher klein bleiben.
    Aber was wird aus den ganzen rollenden Lagern auf unseren Autobahnen, den LKWs? Mit ihnen wird nahezu alles transportiert, was die Industrie zur Produktion und der moderne Mensch zum Leben benötigt. Wie lange wird es wohl dauern, einen LKW-Akku aufzuladen und wie weit kann dieser LKW dann damit fahren? Vielleicht schafft man es ja dann endlich zumindest einen Teil der Waren wieder auf der Schiene zu transportieren. Zumindest das, was keine Terminfracht ist und über lange Strecken transportiert werden muß. Aber viele LKW werden trotzdem bleiben müssen. Vor allem die, welche Handelsware transportieren.
    Die Betrachtung kann man aber durchaus auch noch weiter ausdehnen. Denn Verbrennungsmotoren gibt es nicht nur auf der Straße. Gehen wir von der Straße weg, auf das Wasser. Die Schiffsdiesel sind ökologisch gesehen katastrophal. Riesige Umweltsünder. Das betrifft alle Schiffe. Kriegs- und Handelsschiffe genauso, wie Fischfang- und Kreuzfahrtschiffe. Für diese Schiffe sinnvolle Elektroantriebskonzepte zu entwickeln wird eine Herausforderung.
    Noch schlimmer sieht es bei der Luftfahrt aus. Die Kerosinschleudern vom Himmel zu holen bedarf es völlig neuer Ideen. Das dürfte mit Li-Ion-Akkus nahezu unmöglich sein.
    Aber wie dem auch sei. Im Moment ist keine andere Technologie in Sicht.
    Es ist schön wenn verschiedene Länder, wie Frankreich oder Großbritanien, das Verbot von Verbrennungsmotoren beschlossen haben. Ich bin sehr gespannt, wie die Umsetzung aussehen wird. Gut Frankreich hat wahrscheinlich kein Problem mit der Bereitstellung der Strommenge. Unsere wesentlichen Nachbarn bauen einfach 2 oder 3 neue Atomkraftwerke, damit ist das Problem auf die nachfolgenden Generationen verlagert. Die anderen Probleme bleiben aber auch ihnen erhalten.

  • Kommentar-Link Samstag, 12 August 2017 11:53 gepostet von Karl Müller

    Ein Fahrzeug mit Elektromotor anzutreiben, ist konzeptionell erst einmal eine gute Idee. Allerdings ist mir nicht klar, wieso das E-Auto als Umwelt-Heilsbringer gesehen wird. Als Grundlage zur Energieversorgung des Elektromotors wird aktuell der Li-Ion-Akku gewählt. Sinnvolle Alternativen dazu sind momentan nicht in Sicht. Lithium ist ein Material, was in einem stark umweltbelastenden Prozeß abgebaut und verarbeitet wird. Auch das Material für die Elektroden (Nickel, Mangan, Kobalt) ist alles andere als unbelastet. Wie hoch diese Belastung letztendlich wirklich ist, weiß keiner so ganz genau. Und was komplett vergessen wird, die Rohstoffe stehen nur begrenzt zur Verfügung.
    Man geht aktuell von einer Nutzungsdauer von ca. 8 Jahren aus. Wahrscheinlich ist das aber wie so vieles andere auch, schön gerechnet (optimale Ausnutzung der Ladezyklen, Laden nur wenn wirklich leer usw.). Jeder der schon längere Zeit ein Smartphone benutzt weiß, das dies Illusion ist. Welcher Smartphoneakku hat denn jemals das Alter von 8 Jahren erreicht (ohne deutliche Kapazitätseinbußen)? Aber nehmen wir die prognostizierten 8 Jahre einmal als gesetzt an. Was kommt danach? Das Auto braucht einen neuen Akku. Der alte Akku muß entsorgt, oder receycelt werden. Wieder mit hohen Umweltbelastungen verbunden.
    Auch werden durch Elektro-Autos sicher nicht die Unfallzahlen sinken. Was passiert mit diesen großen Akkus, wenn sie schwer beschädigt werden? Wir kennen alle die Rückrufszenarien der Smartphonehersteller, wegen brennender, oder explodierender Akkus. Und das sind vergleichsweise nur sehr kleine Akkus. Im November letzten Jahres tötete ein explodierender Akku die Insassen eines verunfallten Tesla.
    Dies aber nur als kleine Nachdenkhilfe, zum Thema Li-Ion-Technologie.
    Nun ist es ja aber auch so, das der Strom, mit dem der Akku den Elektromotor versorgen soll, ja erst einmal in den Akku hineingelangen muß. Der Akku muß also geladen werden. Stellen wir uns also vor, es gäbe tatsächlich genügend Rohstoffe, um den immensen Weltbedarf an Li-Ion-Akkus abzudecken.
    Nun wollen die Käufer der Fahrzeuge diese aber auch benutzen. Im Jahr 2010 gab es weltweit über 1 Milliarde Autos, Tendenz ständig steigend. Stellen wir uns einmal vor, 10% dieser Autos haben einen Elektroantrieb. Wir reden also nur von 100 Millionen E-Autos. Diese wollen alle Ihre Akkus laden. Gehen wir weiterhin davon aus, das sich die 100 Millionen E-Autobesitzer untereinander abgesprochen haben und so nicht alle gleichzeitig ihr Auto an ein Ladegerät anschließen. Es gibt Kleinwagenkonzepte mit unter 20KWh Akkus und große Limousinen mit bis zu 100KWh Akkus.
    Wenn wir also einen Mittelwert von 50-60KWh Akku annehmen, dann ist das sicher einigermaßen realistisch. Nehmen wir weiterhin an, die Akkus könnten in 2 Stunden vollständig von 0 auf 100% aufgeladen werden. Dann würden bei weltweit gleichmäßiger Lastverteilung also dauerhaft 8,3 Millionen Auto-Akkus am Stromnetz stecken. Das macht bei einem Durchschnitt von 50KWh Akkus einen Energiebedarf von 416666,666MW. Zusätzlich zum normalen Stromverbrauch wohlgemerkt.
    Mittlerweile gibt es riesige Windkrafträder, mit 2 MW Leistung. Wir benötigen also zum Laden der Akkus zusätzlich etwa 208334 große Windräder. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn der Wind auch mitspielt und an den Orten weht, wo die Akku augenblicklich gerade geladen werden sollen. Ansonsten wäre da noch einmal eine zusätzliche Investition für den Stromtransport von zB Offshoreanlagen zu den Ladesäulen notwendig. Die notwendige Fläche für die Windkraftanlagen steht dann natürlich auch nicht mehr der Land- oder Forstwirtschaft oder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung. Eine schöne Vorstellung, bei ständig wachsender Erdbevölkerungszahl.
    Und noch einmal zur Erinnerung, wir reden im Moment nur von 10% Elektroautos.
    Nun aber zum nächsten Punkt, der Usability. Die größten Mankos eines Elektroautos sind die langen Akkuladezeiten und die vergleichsweise geringe Reichweite. Den langen Ladezeiten versuchen die Hersteller durch sogenannte Schnellladegeräte zu begegnen. Inwieweit sich das auf die Lebensdauer des Akkus auswirkt sei mal dahingestellt. Verlängern wird sie sich dadurch jedoch sicher nicht. Aber auch mit diesen Schnellladern ist die Dauer der Aufladung in vielen Fällen immer noch nicht alltagstauglich. Man kann also nur fahren, wenn man Ladung und Fahrten vorher gut plant. Eine Hausfrau kann das vielleicht, aber auch da kann es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen kommen. Das Kind verletzt sich und muß schnell zum Arzt gebracht werden, oh verdammt, der Akku ist gerade eben erst ans Ladegerät gesteckt... usw.
    Ferienzeit, alle wollen in den Urlaub fahren. Riesige Warteschlangen, an den Ladesäulen auf den Autobahnraststätten. Quängelnde Kinder, genervte Eltern und die Fahrzeit wird noch länger dauern, als früher, da man sich ja immer nur von einem Ladesäulenstau zum nächsten hangeln kann. Wer ein wenig Komfort haben möchte, der wird mit weiteren Verkürzungen der Reichweite leben müssen. Wem es im Sommer zu heiß im Auto ist und im Winter zu kalt, der braucht eine Klimaanlage mit Heizung, elektrisch betrieben versteht sich. Wer in der Nacht fahren möchte, oder muß, der wird um das Einschalten der Scheinwerfer nicht drum herum kommen.
    Und so gäbe es noch viele andere kleine Dinge, bei denen ich mich frage, hat darüber schon mal jemand nachgedacht?

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