Montag, 08 Januar 2018 16:15

Taiwan will Elektro-Scooter fördern und Verbrenner verbieten

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Aktuell sind in Taiwan mehr als 14 Millionen Roller, fast ausschließlich mit Verbrennungsmotor, unterwegs. Ab 2035 sollen diese ausschließlich lokal emissionsfrei neu verkauft werden. Aktuell sind in Taiwan mehr als 14 Millionen Roller, fast ausschließlich mit Verbrennungsmotor, unterwegs. Ab 2035 sollen diese ausschließlich lokal emissionsfrei neu verkauft werden. By Jim Epler/CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

Taiwan will künftig verstärkte Anreize zur Beschaffung von Elektrorollern setzen. Zu diesem Zweck wird in den kommenden fünf Jahren die Installation von mehr als 3.300 Stationen zum Tausch bzw. zur Aufladung der Batterien staatlich subventioniert. Gleichzeitig will sich die Insel im Pazifik bereits in wenigen Jahren endgültig vom Verbrennungsmotor verabschieden.

Wie Taiwan heute berichtet, hat das staatliche Mineralölunternehmen CPC Corporation eine erste Zuwendung für die Inbetriebnahme von 1.000 der erwähnten Auflade- und Tauschstationen, die vornehmlich an CPC-Tankstellen aufgestellt werden sollen, erhalten. Weitere Unternehmen aus Taiwan können sich noch bis 2022 für eine Förderung beim Wirtschaftsministerium bewerben. Möglich ist eine Fördersumme bis umgerechnet maximal ca. 8.500 Euro bzw. 50 Prozent der Anschaffungskosten. Nach Regierungsangaben wurden bis zum vergangenen Jahr insgesamt 1.825 Stationen gefördert. Künftig sollen die Stationen bevorzugt im ländlichen Raum sowie auf den Taiwan vorgelagerten Inseln (z.B. Jinmen) aufgestellt werden, sodass bis zum Jahr 2022 bereits 5.000 Stationen zur Verfügung stehen sollen.

Gleichzeitig setzt die Regierung Taiwans einen zeitlichen Rahmen für den Abschied von Diesel- und Benzinmotor. Dazu hat die Regierung Ende 2017 einen Aktionsplan zur Verbesserung der Luftqualität vorgelegt. Dieser sieht unter anderem vor. dass bis zum Jahr 2035 keine motorisierten Krafträder (Roller, Motorräder etc.) mehr als Verbrenner-Variante verkauft werden dürfen. Taiwan verfügt heute bei lediglich 23 Millionen Einwohnern und einer Fläche, die knapp der Größe Baden-Württembergs entspricht, über mehr als 14 Millionen Roller. Dies bedeutet die höchste Dichte an Rollern weltweit. Alleine im Jahr 2017 wurden eine Million Scooter verkauft. Das auf der Insel beheimatete Unternehmen Gogoro, welches unter anderem die Elektroroller für das Sharing-Angebot COUP in Berlin bereitstellt, ist zwar einer der weltweit führenden Anbieter bei lokal emissionsfreien Scootern, dennoch sind aktuell nur 40.000 der Strom betriebenen Fahrzeuge in Taiwan unterwegs. Auch bei den vierrädrigen Fahrzeugen macht die Politik konkrete Vorgaben: Bis zum Jahr 2030 sollen alle staatlichen Fahrzeuge und Busse durch Elektroantriebe ersetzt werden. Die Anschaffung von Pkws mit Verbrennungsmotor für Privatpersonen soll bis 2040 verboten werden. Die Maßnahmen sind nach Ansicht von taiwanesischen Umweltorganisationen alternativlos. In Großstädten wie Taipei oder Kaohsiung werden zulässige Emissionsgrenzen teilweise um das Doppelte überschritten.

Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, gewährt die Regierung Taiwans weitere Förderprämien. Die Umweltschutzverwaltung (Environmental Protection Administration), die einer Behörde mit Ministeriumsstatus entspricht, zahlt Privatkunden umgerechnet ca. 100 Euro beim Kauf eines Elektrorollers und ca. 70 Euro Umstiegsprämie, wenn gleichzeitig der alte Verbrenner abgegeben wird. Lokalverwaltungen bieten ebenfalls Förderung bis knapp 330 Euro und eine Wechselprämie bis 470 Euro. Haushalte mit niedrigem Einkommen erhalten zusätzliche finanzielle Hilfen. Darüber hinaus stellt die Regierung seit 2018 spezielle Kennzeichen und vergünstigte Parkflächen mit Auflademöglichkeit für Elektroroller zur Verfügung.

Taiwan hat im Jahr 2009 die Förderung von Strom betriebenen Rollern gestartet. Insgesamt sind aktuell mehr als 100.000 Elektrofahrzeuge auf Formosa, wie die Insel auch im Volksmund genannt wird, unterwegs.

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