Sonntag, 27 August 2017 21:30

Grüne: Koalition nur bei Abschaffung des Verbrennungsmotors

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Die Grünen um Spitzenkandidat Cem Özdemir haben im Bereich nachhaltige Mobilität ambitionierte Ziele für die kommende Legislaturperiode formuliert. Die Grünen um Spitzenkandidat Cem Özdemir haben im Bereich nachhaltige Mobilität ambitionierte Ziele für die kommende Legislaturperiode formuliert. By blu-news.org/CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.

Das Thema E-Mobilität gewinnt im deutschen Bundestagswahlkampf weiter an Dynamik. Nachdem Horst Seehofer (CSU) kürzlich den Erhalt von Dieselfahrzeugen zur Bedingung für einen Koalitionsvertrag gemacht hatte, reagieren nun die Grünen. Mit seiner Partei werde es kein Bündnis geben, welches "nicht das Ende der Ära des Verbrennungsmotors einleitet und den Einstieg in den abgasfreien Verkehr schafft", so Spitzenkandidat Cem Özdemir zu den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Nach Aussage von Horst Seehofer hingegen lege ein Verbot des Verbrennungsmotors "die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands". In Deutschland gebe es eine Hexenjagd auf das Auto. Ein Festhalten am Verbrenner sei nicht verhandelbar, ebenso wenig wie Steuererhöhungen, erleichterte Zuwanderung oder eine Lockerung der Sicherheitspolitik. Dies berichtete der Spiegel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stimmte allerdings kürzlich in einem Interview bei der Frage zu, ob es irgendwann ein Ende von Diesel- und Benzinfahrzeugen geben werde. Allerdings sei die Nennung einer konkreten Jahreszahl schwierig, so die Kanzlerin.

Die Grünen haben den Abschied vom Verbrennungsmotor für das Jahr 2030 datiert. Falls die Partei bei der kommenden Regierungsbildung beteiligt sein sollte, sind viele weitere Maßnahmen in Planung, um die Verkehrswende in Gang zu bringen. Demnach soll jedes neue emissionsfreie Auto eine Förderung von 6.000 Euro erhalten, bis insgesamt eine Million Fahrzeuge mit sauberer Antriebstechnologie auf deutschen Straßen unterwegs sind. Pro Jahr soll der ÖPNV eine Förderung in Höhe von einer Milliarde Euro erhalten. Zudem wollen die Grünen die Vernetzung einzelner Verkehrsträger weiter voranbringen. Carsharing-Stationen sollen umfassend mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet werden. Neben einem Ausbau der Fahrradinfrastruktur streben die Grünen zudem eine Erleichterung der Beschaffungsbedingungen von E-Fahrzeugen für Flottenbetreiber an. Um das Maßnahmenprogramm zu finanzieren, sollen unter anderem Änderungen der Kfz-Steuer zu Lasten von Diesel-Besitzern erfolgen. Dies berichtet ebenfalls der Spiegel.

Des Weiteren gehen die Grünen davon aus, dass sich mit der Umsetzung des Maßnahmenpaketes die Luftqualität in deutschen Innenstädten schon bis 2018 deutlich verbessern wird. Die Grenzwerte sollten mithilfe einer Einführung der Blauen Plakette sowie Hardware-Nachrüstungen von Diesel-Pkws der Norm Euro 5 sowie Euro 6 in allen deutschen Großstädten eingehalten werden können, heißt es weiter.

Ähnliche Artikel

  • China: Führung diskutiert über Komplett-Verbot von Verbrennern China: Führung diskutiert über Komplett-Verbot von Verbrennern

    Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie sie zu Beginn startet: Bald gilt in China eine Elektroauto-Quote – die sich, wenn sich die jüngsten Meldungen bewahrheiten, bereits in Kürze auf 100 Prozent erhöhen könnte. Damit könnte in wenigen Jahren die Produktion und der Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im größten Automarkt der Welt verboten werden.

  • Merkel fordert mehr Engagement bei E-Mobilität Merkel fordert mehr Engagement bei E-Mobilität

    Vor dem Start der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Deutschland hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Thema E-Mobilität geäußert. Dabei erneuerte die Politikerin ihren Appell an die Automobilhersteller nach einer stärkeren Fokussierung auf alternative Antriebe. Inbesondere im asiatischen Raum sei man bei dem Thema schon viel weiter, Deutschland dürfe auf keinen Fall den Anschluss verlieren.

  • Immer mehr Deutsche wollen keinen Diesel mehr kaufen Immer mehr Deutsche wollen keinen Diesel mehr kaufen

    Nach dem Dieselgipfel haben mehrere Automobilhersteller Abwrackprämien herausgegeben. Diese stehen Personen offen, die ihren alten Diesel in Zahlung geben und ein Elektroauto oder auch einen neuen Diesel mit geringerem Schadstoffausstoß anschaffen. Doch bereits heute wollen viele Menschen in Deutschland nicht mehr in neue Diesel investieren.

Schreibe einen Kommentar

Das eMobilitätOnline-Redaktionsteam freut sich ausdrücklich über Anregungen und Kommentare von Lesern. Jedoch behalten wir uns vor eingestellte Kommentare zu editieren und ggf. zu löschen, wenn diese gegen den allgemeinen Umgang verstossen. Es gelten die Nutzungsbedingungen von eMobilitätOnline: http://www.emobilitaetonline.de/nutzungsbedingungen

Premiumanbieter der Woche

Beratung Elektromobilität

Buchtipp

2017 07 PHOENIX CONTACT

Unsere Medienpartner

Newsletter

Sie wollen nichts mehr verpassen?
Hier unsere Newsletter abonnieren und Sie sind immer rundum informiert!