Dienstag, 17 Oktober 2017 08:26

EU dementiert feste Elektroauto-Quote

Die Diskussion um eine europäische E-Auto-Quote nimmt mittlerweile chinesische Züge an. Mitte vergangener Woche schien sich das schon lange währende Gerücht bestätigt zu haben, dass die EU eine Elektroauto-Quote für die Hersteller einführen will – was die EU-Kommission dann ein paar Tage später prompt wieder dementierte.

Offenbar gibt es bereits konkrete Pläne für eine E-Auto-Quote in der EU: Wie die FAZ berichtet, will die EU-Kommission die Hersteller dazu verpflichten, dass im Jahr 2030 mindestens 15 Prozent der Neuwagen mit einem Elektro- oder anderen emissionsfreien Antrieb ausgestattet sein müssen. Zusätzlich sollen die CO2-Grenzwerte weiter verschärft werden.

NRW müsse mit Tempo hinein in die Elektromobilität, erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei der 100-Tage-Bilanz der neuen schwarz-gelben Regierungskoalition. Vor allem als Produktionsstandort für Elektroautos soll sich das bevölkerungsreichste Bundesland einen Namen machen. Große Erwartungen liegen auf der 2018 startenden e.GO-Produktion.

Jetzt hat das Rätselraten ein Ende: Gestern verkündete die chinesische Regierung endlich die Details zur geplanten Quote für Elektroautos. Diese greift nun ab 2019 und somit ein Jahr später als ursprünglich geplant. Während die Elektroauto-Quote in ihrer Höhe unverändert blieb, sind die Anforderungen im Detail jedoch nicht so drastisch, wie es der erste Blick vermuten lässt.

Die im März dieses Jahres gestartete staatliche Förderung beim Kauf von Elektroautos kommt in Österreich gut an. Die gemeinsam vom Staat und Automobilimporteuren getragene Förderung in Höhe von bis zu 4.000 Euro für reine Elektroautos wurde 2.380 Mal von privaten Käufern beantragt. Nun wurde der Fördertopf aufgestockt.

Bricht das Stromnetz zusammen, wenn alle Einwohner der Stadt nach Feierabend ihr E-Auto an eine Ladestation anschließen? Viele Forscher beschäftigen sich mit dieser Frage, einige sehen in der Netzproblematik ein Hemmnis für den Durchbruch von Strom betriebenen Fahrzeugen. Der Bundesverband Elektromobilität (BEM) und der Bundesverband Windenergie stellen nun unmissverständlich klar, dass die flächendeckende Ausbreitung elektrifizierter Autos keine Folgen für die Stromversorgung haben wird.

Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie sie zu Beginn startet: Bald gilt in China eine Elektroauto-Quote – die sich, wenn sich die jüngsten Meldungen bewahrheiten, bereits in Kürze auf 100 Prozent erhöhen könnte. Damit könnte in wenigen Jahren die Produktion und der Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im größten Automarkt der Welt verboten werden.

Vor dem Start der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Deutschland hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Thema E-Mobilität geäußert. Dabei erneuerte die Politikerin ihren Appell an die Automobilhersteller nach einer stärkeren Fokussierung auf alternative Antriebe. Inbesondere im asiatischen Raum sei man bei dem Thema schon viel weiter, Deutschland dürfe auf keinen Fall den Anschluss verlieren.

Bisher geht der Ausbau der E-Mobilität nur schleppend voran, die Konkurrenz aus China und den USA scheint aktuell weit enteilt. Der Verband der Automobilindustrie VDA rechnet jedoch fest damit, dass Deutschland bereits im Jahr 2025 das weltweite Feld im Bereich E-Mobilität anführen wird. Dies sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Beim gestrigen zweiten Diesel-Gipfel wurde den Kommunen mehr Geld für nachhaltige Mobilitätskonzepte zugesagt: der beim ersten Gipfel beschlossene 500 Millionen Euro Fonds wurde dafür mit Geldern aus dem laufenden Haushalt verdoppelt. Allerdings: auf eine elektromobile Agenda, die bspw. die sofortige Umrüstung kommunaler Fuhrparks auf E-Antriebe vorsieht, wurde verzichtet.

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